Schlaganfall

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall darf nicht gezögert werden - Rufen Sie unverzüglich den Notruf (112), wenn eines oder mehrere der unten aufgezählten Symptome zutreffen und erzählen Sie von Ihrem Verdacht auf einen Schlaganfall.

  • Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln.
    Ist das Gesicht einseitig verzogen, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen.
    Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sinken oder drehen sich.
  • Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen.
    Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
  • Time: Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, um Leben zu retten oder bleibende Behinderungen zu vermeiden. Wählen Sie den Notruf 112 und schildern Sie die Symptome.

Erste medizinische Versorgung

Bestätigt sich der Verdacht auf einen Schlaganfall, kommt der Patient auf die Stroke Unit. Dies ist eine spezielle Organisationseinheit innerhalb des Krankenhauses zur Erstbehandlung von Schlaganfallpatienten. Hier wird ein MRT oder CT gemacht und dadurch festgestellt, ob es sich um einen ischämischen (Verstopfung der Blutgefäße) oder einen hämorrhagischen (Blutung im Gehirn) Schlaganfall handelt.

Abhängig von der Diagnose können weitere Tests folgen. Ggf. müssen Blutgerinnsel gelöst oder die Hirnblutung gestoppt werden.

Reha

Anschließend an den Krankenhaus-Aufenthalt kommt der Patient in eine neurologische Reha. Meist wird schon auf der Stroke Unit mit der Frührehabilitation begonnen. Bei einem längeren Reha-Aufenthalt wird der Patient dann weiter fit für den Alltag gemacht. Alte Fähigkeiten können wieder erlernt werden, indem gesunde Gehirnanteile die Funktion der kranken übernehmen.

Zu Hause

Bevor der Patient von seinem Reha-Aufenthalt wieder nach Hause kommt, sollten die Angehörigen einiges beachten. Je nach Verlauf des Schlaganfalls und Fortschritten bei der Reha muss sichergestellt werden, dass das Umfeld des Betroffenen auf dessen Bedürfnisse eingestellt ist. So kann es erforderlich sein, das Haus behindertengerecht umzubauen. Oft reichen hier schon kleinere Maßnahmen wie ein behindertengerechtes Badezimmer. Des Weiteren sollten alle Hilfsmittel, die der Betroffene benötigt, bestenfalls bereits beschafft sein, wenn er nach Hause kommt. Dies können Gehhilfen, Orthesen oder andere Hilfen für den Alltag sein. Sprechen Sie rechtzeitig mit einem Verantwortlichen in der Reha-Klinik um in Erfahrung zu bringen, was besorgt werden muss.

Es kann erforderlich sein, dass der Betroffene zu Hause gepflegt werden muss. Auch hier sollten Sie rechtzeitig überlegen, ob ein Angehöriger diese Aufgabe übernehmen soll oder ein Pflegedienst engagiert wird.

Die Therapie ist mit dem Ende des Reha-Aufenthalts meist nicht zu Ende. Es müssen weiterhin alte Fähigkeit neu erlernt werden. Dazu sind Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten da. Um eine optimale Therapie sicherzustellen, sollten die Therapeuten Erfahrung mit Schlaganfall-Patienten haben. Eine Liste mit qualifizierten Therapeuten finden Sie hier.