FAQ

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist eine Störung der Gehirnfunktion, die mehr als 24 Stunden anhält. Dazu kommt es aufgrund einer plötzlichen Minderversorgung eines Hirnbereichs mit Blut. Ein Gehirnbereich wird also nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Es besteht die Gefahr, dass die betroffenen Zellen absterben. Je nachdem wie stark und wie lange die Durchblutung beeinträchtigt ist, kann das betroffene Gehirnareal seine Aufgabe entweder vorläufig oder dauerhaft nicht mehr erfüllen. Folgen können zum Beispiel Probleme beim Sprechen, Lähmungen von Gliedmaßen, ein hängender Mundwinkel oder Sehstörungen sein.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

die Symptome eines Schlaganfalls lassen sich innerhalb weniger Sekunden anhand des „FAST-Tests“ überprüfen:

  • Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln.
    Ist das Gesicht einseitig verzogen, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen.
    Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sinken oder drehen sich.
  • Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen.
    Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
  • Time: Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, um Leben zu retten oder bleibende Behinderungen zu vermeiden. Wählen Sie den Notruf 112 und schildern Sie die Symptome

die vielfältigen Symptome sind hier noch einmal zusammengefasst:

  • plötzliches Schwächegefühl oder einseitige Lähmung, insbesondere im Arm und/oder Bein
  • einseitiges Taubheitsgefühl oder einseitige Lähmung im Gesicht (einseitig herabhängender Mundwinkel, taubes oder kribbeliges Gefühl) oder in Arm, Bein
  • Sehstörungen (verschwommenes, doppeltes oder eingeschränktes Sehen) bis hin zur vorübergehenden Erblindung
  • Sprechstörungen (undeutliches Sprechen, Wiederholungen von Wörtern oder Silben, lange Pausen) bis hin zum Verlust des Sprachvermögens
  • Verminderte Ausdrucksfähigkeit (der Betroffene kann nicht mehr benennen, was er möchte oder äußert sich sinnlos)
  • Verständnisstörungen (Anweisungen werden nicht oder falsch umgesetzt)
  • Plötzlich auftretende Gleichgewichtsstörungen und Schwindel
  • Bewusstlosigkeit
  • Starke Kopfschmerzen

Was sollte man bei Verdacht auf einen Schlaganfall tun?

Ein Schlaganfall ist ein Notfall, das heißt es muss sofort, ohne Zögern oder Abwarten, gehandelt werden. Durch schnelles Handeln lassen sich in vielen Fällen die Folgen minimieren.  

Jede Minute zählt. Wenn Sie oder jemand in Ihrer Umgebung Schlaganfall-Symptome hat, dann wählen Sie 112, den Notdienst bzw. die Feuerwehr, und berichten Sie von Ihrem Verdacht auf einen Schlaganfall. Der Rettungsdienst bringt Patienten auf dem schnellsten Weg zur Rettungsstelle eines geeigneten Krankenhauses.  

Selbst wenn die Symptome schnell wieder verschwinden, sind sie ein wichtiges Warnsignal und sollten umgehend medizinisch betreut werden. Oftmals sind vorübergehende Durchblutungsstörungen die Vorboten eines Schlaganfalls.

Wo finde ich die richtigen Ansprechpartner?

Wenn Sie allgemein Hilfe benötigen oder nicht wissen, an wen Sie sich wenden können, ist der Schlaganfall-Ring Schleswig-Holstein für Sie da.

Wenn Sie konkret nach einem Therapeuten suchen oder Fragen zu Hilfsmitteln haben, sind die Mitglieder der Kieler Schlaganfall Allianz Ihre Ansprechpartner.

Wie kann ich einen Angehörigen nach einem Schlaganfall unterstützen?

Zunächst ist es wichtig, dass möglichst alles organisiert und geregelt ist, wenn der Betroffene aus der Reha nach Hause kommt. Das bedeutet, dass rechtzeitig alle benötigten Hilfsmittel (z. B. Gehhilfen) vorhanden sind und auch eventuell benötigte Umbaumaßnahmen im Haus vorgenommen wurden. Auch sollte die Pflege geklärt sein, falls dies notwendig ist.

Anschließend ist es meist hilfreich, den Betroffenen so viel wie möglich selber machen zu lassen. Das fördert die Selbstständigkeit und kann maßgeblich den Genesungsprozess unterstützen. Oft müssen nach einem Schlaganfall viele Bewegungen, die sonst selbstverständlich waren, neu erlernt werden. Das kann nur funktionieren, wenn diese immer wieder geübt werden.

Wie lange dauert die Reha nach einem Schlaganfall?

Das lässt sich leider nicht genau sagen, da es maßgeblich davon abhängig ist, wie schwer der Schlaganfall war und wie schnell dem Betroffenen geholfen wurde.

Wie viel Pflegegeld wird bei einem Schlaganfall gezahlt?

Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich und abhängig von verschiedenen Faktoren. Ihre Krankenkasse kann Ihnen dazu nähere Auskünfte geben.

Welche Hilfsmittel zur Fortbewegung gibt es?

Je nach Grad der Behinderung stehen unterschiedliche Hilfsmittel zu Verfügung, die den Alltag erleichtern und Selbstständigkeit fördern sollen:

  • (Elektro-) Rollstuhl (einhändig bedienbar)
  • Gehwagen (einhändig bedienbar)
  • Gehhilfen
  • Enzenzberger Stab
  • Fußheberorthesen
  • Orthesen mit funktioneller Elektrostimulation (FES)

Wie oft ist eine Reha nach einem Schlaganfall möglich und sinnvoll?

Das lässt sich nicht genau sagen. Oftmals ist jedoch mehr als ein Reha-Aufenthalt möglich und sinnvoll. Befragen Sie hierzu am besten Ihre Krankenkasse.

Medikamente nach einem Schlaganfall – Sinnvoll?

Ein Schlaganfall-Risiko ist abhängig von verschiedenen Risikofaktoren. Um diese zu behandeln und das Risiko für einen weiteren Schlaganfall zu senken kann es sinnvoll sein, dass der Betroffene regelmäßig Medikamente einnimmt.

Kann man nach einem Schlaganfall wieder Auto fahren?

Das ist stark davon abhängig, in was für einer körperlichen Verfassung der Betroffene ist. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, nach einem Schlaganfall wieder Auto zu fahren. Die Modalitäten über den Ablauf der Ausbildung, ggf. notwendige fachärztliche Gutachten und Prüfungsverfahren erfragen Sie direkt bei der Fahrschule.

Was kann ich tun, um mein Risiko für einen Schlaganfall möglichst gering zu halten?

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die einen Schlaganfall begünstigen. Diese können unterteilt werden in solche, die nicht durch den Lebensstil beeinflusst werden können und solche, auf die durch den persönlichen Lebensstil Einfluss genommen werden kann.

Zu ersteren zählen:

  • Alter: Mehr als 80 Prozent der Schlaganfallopfer sind älter als 60 Jahre
  • Genetische Veranlagung
  • Migräne: Bei einigen Migräneformen ist das Risiko für Schlaganfälle erhöht

Beeinflussen kann man die folgenden Risikofaktoren:

  • Diabetes mellitus, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Rauchen begünstigen eine Arteriosklerose
  • Herzkrankheiten, insbesondere Vorhofflimmern und Herzklappenerkrankungen: Hier kann es passieren, dass das Blut nicht in idealer Weise durch das Herz strömt, dadurch können sich Blutgerinnsel bilden. Diese können in die Gehirngefäße geschwemmt werden und dort zum Gefäßverschluss (Embolie) und damit zum Schlaganfall führen.
  • Übergewicht und mangelnde Bewegung
  • zu hoher Alkoholkonsum

Allgemein ist die beste Prävention also ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung. Rauchen und starker Alkoholkonsum sollten vermieden werden.